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Werkstatt Frieden & Solidarität,
Waltherstr. 15, 4020 Linz, Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391, Mail:
office@werkstatt.or.at ,
Web: http://www.werkstatt.or.at
Werkstatt Rundbrief Nr. 22-2007 (Auszug)
Professor für Europarecht:
EU-Reformvertrag ohne Volksabstimmung ist nichtig!
Dr. Adrian Hollaender ist ao. Univ.Prof. für
Europarecht sowie internationale Grund- und Menschenrechte an der
Staatlichen Universität Klausenburg (Partneruniversität der
Univ. Wien, Associate Professor for International Law and Human
Rights an der International University Vienna, Leiter des Zentrums
für Rechtsforschung und Vorsitzender des Grundrechtskonvents im
österreichischen Parlament. Dr. Adrian Hollaender hat für
die Europäische Vereinigung für Bürgerrechte (EFCR)
ein Gutachten geschrieben ( http://www.efcr.at/tmp_de/files/111.pdf
), in dem er rechtlich nachweist, dass eine Volksabstimmung über
den EU-Reformvertrag zwingend geboten ist, da dieser Vertrag eine
Gesamtänderung der Verfassung bewirkt. Wörtlich heißt
es: "Die Unterlassung einer solchen Volksabstimmung wäre
nicht nur eine derart offenkundige und schwerwiegende
Verfassungsverletzung, dass der Bundespräsident eine allfällige
Beurkundung zu verweigern hätte (...), sondern würde
überdies zur absoluten Nichtigkeit der auf eine Gesamtänderung
der Bundesverfassung ohne verfassungsrechtliche Legitimation durch
ein Verfahren nach Artikel 44 Absatz 3 B-VG abzielenden Teile des
EU-Reformvertrags in Bezug auf die österreichische Rechtsordnung
führen, was jedenfalls eine nicht vertretbare schwelende
Rechtsunsicherheit bewirken würde. Ein Verzicht auf eine (aus
den genannten Gründen mehrfach gebotene) Volksabstimmung käme
im Ergebnis einer Aufgabe der - bisher als zentrale Norm zur
Absicherung der österreichischen Bundesverfassung verstandenen -
verfassungsrechtlichen Grundlagenschranke des Artikel 44 Absatz 3
B-VG gleich." Die Werkstatt Frieden & Solidarität sieht
sich durch diese juristische Expertise bestätigt. Elke Renner
von der Werkstatt Frieden & Solidarität: "Die Regierung
und der Nationalrat müssen endlich ihren rechtsstaatlichen
Wild-West-Kurs beenden und eine Volksabstimmung über den
EU-Reformvertrag zulassen. Andernfalls muss den politisch
Verantwortlichen klar sein: wenn sie die Verfassung brechen, schaffen
sie kein legitimes Recht sondern delegitimieren sich selbst. Es ist
Aufgabe einer immer breiter werdenden zivilgesellschaftlichen
Bewegung, diesem politischen Abenteurertum von Gusenbauer & Co
entgegenzutreten, die sich aus Angst vor der Bevölkerung immer
weiter von Demokratie und Rechtsstaat entfernen."
Bewegung für eine Volksabstimmung kommt voran
Am 8. Dezember fanden in Wien, Linz, Salzburg und Graz
Auftaktkundgebungen der Plattform http://www.volxabstimmung.at
statt, die mittlerweile von 32 Organisationen getragen wird. Dabei
wurde der Regierung, deren VertreterInnen bekanntlich unter einer
gewissen Leseschwäche leiden, mit Tafeln und Transparenten
Lesenachhilfe erteilt (Fotos siehe http://www.werkstatt.or.at
) Bei einer bundesweiten Konferenz der Plattform Volxabstimmung am
27. Jänner 2008 in Linz soll eine gemeinsame Großaktion
vorbereitet werden. Wichtig sind aber auch die vielen Aktionen vor
Ort, in Gemeinden, Betrieben usw. So hat kürzlich der
Betriebsrat einer internationalen Hotelkette einen Beschluss gefasst,
in der der Nationalrat aufgefordert wird, eine Volksabstimmung
durchzuführen. Der Betriebsratsvorsitzende und
Werkstatt-Aktivist Norbert Bauer "Unser Beschluss ist durchaus
als beispielhafter Akt einer 'Demokratie von unten' anzusehen. Es
sollten meiner Meinung nach noch viel mehr Betriebsräte von
dieser Möglichkeit zur 'Politik im Kleinen' Gebrauch machen,
dann würde nämlich vielleicht auch die 'Politik im Großen'
ganz anders aussehen."
Aktionen und Informationen zum
EU-Reformvertrag/EU-Verfassung: - Online-Unterschriften-Aktion für
den Offenen Brief "Für eine Volksabstimmung über den
neuen EU-Vertrag!" auf
http://www.werkstatt.or.at/Forum/VolksabstimmungEUVertrag.php
- Informationen der Bündnisplattform für eine
Volksabstimmung findet sich auf http://www.volxabstimmung.at
, wo eine Petition für eine Volksabstimmung über den
EU-Vertrag unterzeichnet werden kann. Diese Initiative wird
mittlerweile von 32 Organisationen unterstützt. - Flugblätter
für einen Volksabstimmung können von der Web-Page der
Werkstatt heruntergeladen werden
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=34&Itemid=49
; Auf Wunsch schicken wir auch gerne Flugblätter zu. - Ebenfalls
bei der Werkstatt können Pickerl zu diesem Thema bestellt werden
(auf Spendenbasis). Motiv siehe
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=17&Itemid=41
In Wien findet die nächste Aktion der Werkstatt
Frieden & Solidarität für eine Volksabstimmung am
Do,13.12 und den darauf folgenden Donnerstagen jeweils 10 bis 11 Uhr
vor dem Parlament statt. Nach Vereinbarung gibt es zwischendurch auch
Verteilaktionen auf Christkindlmärkten und mit Transparenten auf
der Friedensbrücke. Nähere Informationen:
office@werkstatt.or.at