Web Images Videos Maps Shopping Groups Gmail more »
Recently Visited Groups | Help | Sign in
Google Groups Home
Ein Übersetzungsfehler macht gefährliche Weltpolitik
There are currently too many topics in this group that display first. To make this topic appear first, remove this option from another topic.
There was an error processing your request. Please try again.
flag
  1 message - Collapse all  -  Translate all to Translated (View all originals)
The group you are posting to is a Usenet group. Messages posted to this group will make your email address visible to anyone on the Internet.
Your reply message has not been sent.
Your post was successful
 
From:
To:
Cc:
Followup To:
Add Cc | Add Followup-to | Edit Subject
Subject:
Validation:
For verification purposes please type the characters you see in the picture below or the numbers you hear by clicking the accessibility icon. Listen and type the numbers you hear
 
news.omega  
View profile   Translate to Translated (View Original)
 More options Mar 16 2008, 2:03 pm
From: "news.omega" <news.om...@googlemail.com>
Date: Sun, 16 Mar 2008 14:03:40 +0100
Local: Sun, Mar 16 2008 2:03 pm
Subject: Ein Übersetzungsfehler macht gefährliche Weltpolitik

wir möchten aufmerksam machen auf einen Artikel der deutsch-persischen
Journalistin und Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur in der
'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16.3.2008 (siehe unten). Sie entnimmt
wesentliche Gedanken aus unserer Korrepondenz mit der Bundeszentrale für
politische Bildung und bestätigt damit in entscheidenden Punkten unsere
Argumentation.

Desweiteren haben wir die Resonanz auf unsere Korrespondenz mit der
Bundeszentrale für politische Bildung aufgelistet. Mehr dazu auf der
Seite http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml

Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

[ /nsmail.html 19K ]
wir möchten aufmerksam machen auf einen Artikel der deutsch-persischen Journalistin und Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur in der 'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16.3.2008 (siehe unten). Sie entnimmt wesentliche Gedanken aus unserer Korrepondenz mit der Bundeszentrale für politische Bildung und bestätigt damit in entscheidenden Punkten unsere Argumentation.

Desweiteren haben wir die Resonanz auf unsere Korrespondenz mit der Bundeszentrale für politische Bildung aufgelistet. Mehr dazu auf der Seite http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml

Mit besten Grüßen
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann



Der iranische Schlüsselsatz
Ein Übersetzungsfehler macht gefährliche Weltpolitik

Katajun Amirpur in der 'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16. März 2008 (Feuilleton, Seite 15)

Bekanntlich sind Verschwörungstheorien beliebt im Orient und unter Orientalen. Doch dass zurzeit die Gefahr einer Atommacht Iran, die zudem noch Vernichtungsphantasien gegenüber Israel hegen soll, künstlich heraufbeschworen wird, um einen Militärschlag gegen Iran zu rechtfertigen, ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen. Tatsache ist: Die Vernichtungsphantasien, die Iran unterstellt werden, gehen auf einen einzigen Satz zurück: „Israel must be wiped off the map.” Kein Satz wird so häufig mit dem amtierenden Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, assoziiert wie dieser: Israel muss von der Landkarte radiert werden. Das Problem ist nur – er hat diesen Satz nie gesagt. Ahmadinedschad hat die Worte für „map” und „wipe off” nie benutzt. Die persische Originalversion von Ahmadinedschads Äußerungen über Israel ist weit weniger martialisch als die Übersetzung, die verschiedene Agenturen verbreitet haben und die wiederum auf der englischen Übersetzung des persischen Originals beruht. Um es gleich vorwegzuschicken: Es bleiben immer noch genug Äußerungen übrig, in denen Ahmadinedschad dumm, unverschämt und rassistisch über Israel spricht. Es geht hier nicht darum, Ahmadinedschad zu verteidigen, sondern um die journalistische Redlichkeit. Dazu gehört, auch politische Gegner korrekt zu zitieren – und sei es nur, um politische Optionen realistisch zu beurteilen.

Was also ist passiert? Am 26.10.2005 sprach Ahmadinedschad auf einer Konferenz, die unter dem Motto stand „Die Welt ohne Zionismus”. Es waren im Wesentlichen die großen westlichen Nachrichtenagenturen, die die Übersetzung dieser Passage lieferten: Israel von der Landkarte radieren (AFP), Israel von der Landkarte tilgen (AP, Reuters), Israel ausrotten (DPA).

Ahmadinedschad sagte jedoch wörtlich: „in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad.” Das bedeutet: „Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.” Oder, weniger blumig ausgedrückt: „Das Besatzerregime muss Geschichte werden.” Das ist keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden.

Ein Zitat Chomeinis

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Übersetzung von Memri, dem Middle East Media Research Institute. Memri wertet arabische und persische Medien aus und übersetzt deren Beiträge. Das Institut, gegründet von einem ehemaligen Offizier des israelischen Militärgeheimdienstes und gewiss keiner pro-iranischen Haltung verdächtig, wird regelmäßig wegen angeblicher Entstellung persischer oder arabischer Zitate angegriffen. In diesem Fall ist die Übersetzung von Memri jedoch weit akkurater als die der Nachrichtenagenturen. Die auf dem Farsi-Text beruhende, von der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte und von Memri herausgegebene Version der Rede vom 26.10.2005 lautet: „This regime that is occupying Qods must be eliminated from the pages of history.” Qods – die Heilige – ist der arabische und auch persische Name für Jerusalem. Die Memri-Übersetzung ist nur ungenau, weil sie das transitive Verb „eliminieren” statt des intransitiven „verschwinden” verwendet – also ein zielgerichtetes, aktives Handeln statt einer ungezielten, passiven Entwicklung. Im Persischen ist mahv shodan jedoch ein intransitives Verb, im Gegensatz zum transitiven eliminieren.

Unter den Tisch gefallen ist auch der Kontext, in dem Ahmadinedschad gesprochen hat. Seine Äußerung war nämlich ein Zitat Chomeinis, und Ahmadinedschad fügte hinzu, dass das israelische Besatzungsregime verschwinden müsse, so wie das Regime des Schah verschwunden sei, wie dies Chomeini einst prophezeit habe. Auch dieser Zusatz macht deutlich, dass Ahmadinedschad nicht die Auslöschung Israels forderte oder die Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern einen Regimewechsel. Alles andere wäre in diesem Kontext unsinnig – hieße es doch, Chomeini zu unterstellen, dass er das iranische Volk auslöschen wollte, als er in den siebziger Jahren gegen den Schah opponierte. Ein weiteres Detail unterstreicht, dass Chomeini damals und Ahmadinedschad heute keine Vernichtungsphantasien ventilierten: Chomeini machte seine Bemerkung, dass das Besatzerregime zu verschwinden habe, in den achtziger Jahren. Damals verkaufte Israel Waffen an Chomeinis Iran – ungeachtet der rhetorischen Verteufelung gab es also unter der Hand funktionierende Beziehungen.

Englischsprachige Medien haben übrigens auf die falsche Übersetzung hingewiesen. So schrieb Jonathan Steele bereits am 2. Juni 2006 im Guardian: „Er sprach keine militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems, irgendwann in der Zukunft. Die ,page of time‘-Formulierung legt nahe, dass er nicht davon ausging, dies werde bald geschehen. Das beinhaltete nicht, dass Chomeini, als er die Äußerung als Erster machte, oder Ahmadinedschad, als er sie wiederholte, dachte, dass dies bald bevorstünde oder dass Iran eine Rolle dabei spielen würde, es Wirklichkeit werden zu lassen.”

Bedrohung für das eigene Volk

Die Reaktion auf Ahmadinedschads angebliche „wipe off the map”-Äußerung fiel deutlich aus: Der israelische Premierminister Ehud Olmert entwickelte das falsche Zitat zu der Behauptung weiter, der iranische Präsident spreche „von der völligen Zerstörung und Vernichtung des jüdischen Volkes” und schlug den Bogen zur atomaren Bedrohung Israels durch Iran. Die unterstellte atomare Bedrohung ebenso wie die mutmaßliche verbale Drohung können so jederzeit einen Angriff auf Iran rechtfertigen.

Olmerts Argumentation übersieht allerdings zweierlei: Allen geheimdienstlichen Erkenntnissen zufolge sind die Iraner noch weit entfernt vom Bau einer Atombombe (im Gegensatz zu Israel). Und die iranischen Herrscher – man mag von ihnen halten, was man will – würden vermutlich nicht so dumm sein, sie einzusetzen. Zu groß ist ihr Selbsterhaltungstrieb, und sie sind weit weniger ideologisch verbrämt gegenüber Israel als oft angenommen – siehe die Waffengeschäfte mit Israel in den Achtzigern.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch die verschobene Logik unserer Wahrnehmung. Während der acht Jahre, in denen der Reformer Mohammad Chatami Präsident Irans war, wurden westliche Medien nicht müde, darauf hinzuweisen, dass er keine Reformen durchbringen könnte, weil er als Präsident kaum über Macht verfüge und dass diese in den Händen von Revolutionsführer Chamenei liege. Nun plötzlich scheint dies vergessen zu sein. Und den tatsächlichen und angeblichen Aussagen Ahmadinedschads wird so viel Bedeutung beigemessen, als handle es sich bei ihm als Präsidenten plötzlich um einen Entscheidungsträger ersten Ranges. Der ist jedoch nach wie vor Revolutionsführer Ali Chamenei. Er entscheidet über Krieg und Frieden und hat die Richtlinienkompetenz in der Politik. Chamenei aber bemühte sich wenige Tage nach dem Wirbel um die Äußerungen Ahmadinedschads um Schadensbegrenzung, indem er sagte: „Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen.” Auch Außenminister Manutschehr Mottaki bemühte sich um Richtigstellung. Nur Ahmadinedschad ließ den Übersetzungsfehler auch auf Nachfrage bestehen.

Die einzige Nation, gegen die das iranische Regime eine Aggression begehen will und begeht, ist folglich die iranische. Denn das iranische Regime ist weit eher eine Bedrohung für die eigene Bevölkerung als für jede andere Nation der Welt.



Resonanz auf die Korrespondenz mit der Bundeszentrale für politische Bildung


05.03.08 16:43
Hallo Ihr Lieben von der Arbeiterfotografie! Tolle Rückantwort von Euch. Super! Dürfte ich diesen Briefwechsel auch auf der Linkezeitung.de veröffentlichen?

05.03.08 17:15
Hallo, ich danke Euch für diese ausgesprochen gut recherchierte und dokumentierte mail, die ich heute bekommen habe. Und bei der Gelegenheit auch mal für die vielen sonstigen Rundmails die ich zwar längst nicht alle gelesen habe, aber aus denen ich immer wieder wertvolle Informationen extrahiert habe. Nicht zuletzt weil es nach wie vor eher der Normalfall ist, dass nur im Falle eines Mißfallens eine Reaktion erfolgt, was für die Aktiven ein Stimmungsbild erzeugt, das deutlich demotivierend ist, wollte ich mich mal mit diesem dicken Lob zwischenzeitlich zu Wort gemeldet haben. Danke und weiter so!

05.03.08 18:58
Bravo und Dank für eure Arbeit! Mit solidarischen Grüßen

05.03.08 18:59
Betreff: Bundeszentrale für politische Propagandaindoktrination - An unseren Meinungsunterschieden zu Themen wie Iran einerseits, Israel andererseits wird sich mutmaßlich nichts ändern. Gleichwohl unterstütze ich Euch schon aus rein professionell journalistischen Gesichtspunkten im Hinblick auf das Anliegen, von einer Bundeszentrale für politische Bildung statt manipulativer Emotionalisierung exakte Informationen auf der Grundlage verifizierter Quellen zu verlangen. Die jetzt vorliegende Antwort ist im Grunde noch unverschämter als der Anlaß, der Ausgang Eurer Kritik war.

05.03.08 19:10
Ich bitte, diese praezise Stellungnahme der Arbeiterfotografie, die ein herausragendes Beispiel dafuer ist, wie Meinungsmanipulation und Fakten auseinandergehalten werden muessen, grossraeumig weiter zu verbreiten.

05.03.08 19:22
Wichtig: Gut verlinken!

05.03.08 19:42
besten Dank für Ihre Initiative!

06.03.08 00:11
eure Antwort ist ganz ausgezeichnet!!! Durch eure gut dokumentierten Recherchen erteilt sich Dr. Hübinger ein eigenes Armutszeugnis!

06.03.08 01:14
das habt Ihr wirklich ausgezeichnet formuliert.

06.03.08 09:07
meinen Glückwunsch zu dieser gelungenen Aktion. Offenbart diese doch die absolut einseitige Position von Regierungsseite. Die erschütternde Argumentation von Dr. Bernd Hübinger: "Die Formulierung steht im Einklang mit Darstellungen diverser seriöser Medien." dokumentiert eine scheinbare Oberflächlichkeit bei der Beurteilung von politischen Fakten, die nicht mehr nachvollziehbar ist. Oder steht dahinter eine gezielte Ignoranz politischer Realitäten aufgrund einer administrierten und einseitig festgelegten Position? Viel Erfolg bei Ihrer weiteren (sehr klugen Arbeit und Vorgehensweise).

06.03.08 10:37
entschuldigen Sie bitte meine Einmischung. Aber vielleicht ist sie hilfreich. Es scheint sich um zwei Probleme zu handeln, 1. was der iranische Präsident tatsächlich gesagt hat und 2. was die Bundeszentrale für politische Bildung dem iranischen Präsidenten in den Mund legt. Inwieweit wissenschaftliche Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens (Prüfung der Quellen) mißachtet haben und ungeprüft fehlerhafte oder verfälschte (ideologisch motiviert sinnentstellte) 'Übersetzungen' übernommen und - möglicherweise unwissentlich, eventuell aber auch ideologisch motiviert - in tendenziöser Weise in Umlauf gebracht haben, also möglicherweise Desinformation betrieben haben, wären weitere Probleme.

06.03.08 12:45
Ganz großen Dank für diese beispielhafte Information über Bildungs- und Medienpolitik. Bin gespannt auf eine weitere Antwort von Dr. Hübinger. Ich werde diesen lehrreichen Briefwechsel auch an unseren AK Süd/Nord der IPPNW weiterleiten.

06.03.08 14:58
Liebe Freunde, der mir von Internetpartnern freundlicherweise übersandte Schriftwechsel zwischen Frau Fikentscher und Herrn Neumann mit Herrn Dr. Bernd Hübinger von der Bundeszentrale für politische Bildung zum Offenen Brief vom 17.1.2008 ist eines der vielen Beispiele dafür, wie staatlicherseits Meinungsmanipulationen als Fakten verbreitet werden. Deshalb habe auch ich alle meine Möglichkeiten genutzt, um ihn bekanntzumachen. Dieser Schriftwechsel reiht sich ein in die vielen wertvollen Internetveröffentlichungen von Arbeiterfotografie, für die ich mich bei dieser Gelegenheit herzlich bedanke.

06.03.08 15:20
Eure Briefe sind wieder ein Muster von Klarheit! Wie gut, dass wenigstens Ihr noch auf der Welt seid! Herz und wie gesagt: Eine ganze Hutparade ab!

06.03.08 21:18
Liebe Freunde, habe gerade ihren liebreizenden Schriftverkehr mit der Bundeszentrale für politische Desinformation zugesandt bekommen. Voll meine Meinung. Auch ich habe mit dem Chef der hiesigen Landeszentrale schon manchen Strauß ausgefochten. Egal: 2 Artikel zum Thema "Falschinformationen über den Iran" im Anhang. viele Grüße, weiter so.
(Freier Dozent und Übersetzer für Arabisch, Farsi und Englisch)

07.03.08 00:17
Danke! Liebe Leute, was seid Ihr mutig! Weiter so und nehmt mich bitte in Euren Verteiler auf!

07.03.08 02:01
Liebe Leute, habe mir die Antwort der Bundeszentrale für politische Bildung als ein Nest von Täuschungen und Falschheiten enttarnt. Genaueres Hier: http://www.islampress.de/2008/3/7/die-antwort-der-bundeszentrale. Ich bin sicher, daß es euch interessiert.
[islampress.de: Wie wir schon berichtet hatten, war die Bundeszentrale für politische Bildung vom Blog der Arbeiterfotografie in aller Form darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie in ihrem Antisemitismus-Dossier auf der Webpage der Zentrale dem Präsidenten Irans eine Behauptung in den Mund legt, Israel nämlich von der Landkarte tilgen zu wollen, die er nach heutigem Kenntnisstand offensichtlich gar nicht gemacht hatte. Die jetzt durch Dr. Hübinger erfolgte Antwort der Bundeszentrale verdient Beachtung: Sie steckt voller Täuschungen und widerspricht zudem dem Wortlaut des eigenen Textes. Lügen aber haben kurze Beine...]

07.03.08 10:24
Na endlich --- der Brief von Dr. Hübinger ist unglaublich --- als ob er Unbedarften antwortet. Er reagiert wie Bush &Co: als ob eine Lüge, die man 1000 mal wiederholt zu Wahrheit wird. Von einem studierten Herrn Dr. erwartet man etwas anderes. Ob seine Doktorarbeit auch mit diesen Argumenten arbeitet. ...seit wann sind unsere Medien seriös??? Eure Antwort ist sehr gut!

09.03.08 19:37
Betreff: Übersetzungsstreit - Mit großem Interesse habe ich ihre e-mail mit der BPB-Antwort gelesen. Eine mir befreundete Islamwissenschaftlerin, Iranerin, die sehr kritisch zu Ahmadinejad steht und schon lange in Deutschland lebt, schrieb mir:
"Ahmadinejad hat ein Zitat von Khomeini aus Schahzeiten wiedergegeben, das lautete: 'in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad.' Das bedeutet: 'Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.' Und damit meinte er, wie das Regime des Schah, das von Saddam Hussein und die Sowjetunion."
Für ihre weitere Auseinandersetzung hätte ich eine Idee: Der Wortlaut in Farsi dürfte unbestritten sein. Sie könnten der BPB z.B. vorschlagen, eine/n von der Bundesregierung vereidigte Übersetzer/in ihres Vertrauen zu beauftragen, den Text zu übersetzen. Im Auswärtigen Amt und bei der Bundeswehr gibt es solche Sprachdienste ebenfalls - diese könnten allerdings interessegeleitet sein. Bitte halten Sie mich weiter auf dem Laufenden.

09.03.08 21:44
Ich verfolge diese Entfremdungen der Worte des iranischen Präsidenten nun schon seit zwei Jahren oder mehr... Es ist ein Jammer, wie lange sich derartige Mythen in den Medien halten können. Ohne mich jetzt auf konkrete Beispiele festnageln zu lassen: Diese Methode des falsch übersetzens ist eigentlich ein alter Hut, der schon eine Tradition von mehr als 1000 Jahren hat... Warum soll das heute anders sein ... wer zum Teufel spricht schon persisch, oder arabisch.. und kann die Original-Reden verifizieren? Ich unterstütze Euch jedenfalls dabei. Vielleicht werde ich auch noch an diese Bundeszentrale schreiben, einfach nur um zu demonstrieren, daß diese Falschübersetzungen und die daraus resultierende Propaganda durchaus als solche wahrgenommen werden.

12.03.08 11:24
Vielen Dank für die sehr gute Zusammenstellung und die klare Darstellung der Fakten!

12.03.08 14:23 (haben wir beantwortet: siehe http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml)
hallo arbeiterfotografie, bitte schickt uns keine weiteren mails und nehmt uns als buko aus eurem verteiler. wir sind an weiteren informationen von euch nicht interessiert. inhaltlich können wir uns der mail von karl rössel (vom 29.1) voll und ganz anschliessen. gruß steffen (für die BUKO)

12.03.08 14:55
in Ihrem Brief an die bpb haben Sie auf ganzer Linie recht. Die blinde Zustimmung von Politik und Medien zur menschenverachtenden und brutalen israelischen Politik, hat keinerlei reale Grundlage. Das ist politisches Vasallentum und übelste Doppelmoral, und all das wird in den Massenmedien so verkauft, dass der durchschnittliche Rezipient es kritiklos aufnimmt. Was Ihrem Brief aber fehlt ist eine deutliche Distanzierung zu Ahmadinejad. Ihnen geht es klar um die Gefahren, die bewusste oder unbewusste Lancierung falscher Informationen, zumal in einer aufgeheizten Stimmung, bedeutet. Es geht Ihnen um die Klarstellung von Fakten, und das ist heute richtiger und wichtiger denn je. Bei vielen kommt dies aber fälschlicherweise als Verteidigung eines Präsidenten an, unter dem in erster Linie das iranische Volk zu leiden hat - dabei ist eine solche Verteidigung gar nicht Ihr Ziel. Eben das aber sollten Sie deutlicher klarstellen. Es gibt Rezipienten, die verstehen Sie falsch und es gibt solche, die verstehen Sie absichtlich falsch. Stärken Sie Ihre Position, indem Sie dem entgegenwirken.

12.03.08 17:58
Ich möchte Euch gratulieren zu Eurer Korrespondenz mit der Bundeszentrale! Mit besten Grüßen in Verbundenheit

12.03.08 22:41
Großartig, was Ihr da zu Papier gebracht habt (entlarvend die Antworten). Gratulation. Wir sind auf die weiteren Reaktionen gespannt. Vielleicht könnten wir von dem Schriftwechsel auch einiges auf unsere website laden?


  Anneliese Fikentscher
  Andreas Neumann
  Merheimer Str. 107
  D-50733 Köln
  Tel: 0221/727 999
  Fax: 0221/732 55 88
  eMail: arbeiterfotografie@t-online.de
Hinweis: wer von uns keine Informationen mehr zugeschickt haben möchte, teile uns dies bitte unter Angabe der eMail-Adresse an arbeiterfotografie@t-online.de mit. Wir werden die Adresse dann umgehend aus unserem Verteiler streichen.


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
End of messages
« Back to Discussions « Newer topic     Older topic »

Create a group - Google Groups - Google Home - Terms of Service - Privacy Policy
©2009 Google