wir möchten aufmerksam machen auf einen Artikel der deutsch-persischen
Journalistin und Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur in der
'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16.3.2008 (siehe unten). Sie entnimmt
wesentliche Gedanken aus unserer Korrepondenz mit der Bundeszentrale für
politische Bildung und bestätigt damit in entscheidenden Punkten unsere
Argumentation.
Desweiteren haben wir die Resonanz auf unsere Korrespondenz mit der
Bundeszentrale für politische Bildung aufgelistet. Mehr dazu auf der
Seite http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
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wir möchten aufmerksam machen auf einen Artikel der
deutsch-persischen Journalistin und
Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur in der
'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16.3.2008 (siehe unten). Sie
entnimmt wesentliche Gedanken
aus unserer Korrepondenz mit der Bundeszentrale für politische Bildung
und bestätigt damit in entscheidenden Punkten
unsere Argumentation.
Desweiteren haben wir die Resonanz auf unsere Korrespondenz mit der
Bundeszentrale für politische Bildung aufgelistet. Mehr dazu auf der
Seite http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml
Mit besten Grüßen
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
Der iranische Schlüsselsatz
Ein Übersetzungsfehler macht gefährliche Weltpolitik
Katajun Amirpur in der 'Süddeutschen Zeitung' vom 15./16. März 2008
(Feuilleton, Seite 15)
Bekanntlich sind Verschwörungstheorien beliebt im Orient und unter
Orientalen. Doch dass zurzeit die Gefahr einer Atommacht Iran, die
zudem noch Vernichtungsphantasien gegenüber Israel hegen soll,
künstlich heraufbeschworen wird, um einen Militärschlag gegen Iran zu
rechtfertigen, ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen. Tatsache
ist: Die Vernichtungsphantasien, die Iran unterstellt werden, gehen auf
einen einzigen Satz zurück: „Israel must be wiped off the map.” Kein
Satz wird so häufig mit dem amtierenden Präsidenten Irans, Mahmud
Ahmadinedschad, assoziiert wie dieser: Israel muss von der Landkarte
radiert werden. Das Problem ist nur – er hat diesen Satz nie gesagt.
Ahmadinedschad hat die Worte für „map” und „wipe off” nie benutzt. Die
persische Originalversion von Ahmadinedschads Äußerungen über Israel
ist weit weniger martialisch als die Übersetzung, die verschiedene
Agenturen verbreitet haben und die wiederum auf der englischen
Übersetzung des persischen Originals beruht. Um es gleich
vorwegzuschicken: Es bleiben immer noch genug Äußerungen übrig, in
denen Ahmadinedschad dumm, unverschämt und rassistisch über Israel
spricht. Es geht hier nicht darum, Ahmadinedschad zu verteidigen,
sondern um die journalistische Redlichkeit. Dazu gehört, auch
politische Gegner korrekt zu zitieren – und sei es nur, um politische
Optionen realistisch zu beurteilen.
Was also ist passiert? Am 26.10.2005 sprach Ahmadinedschad auf einer
Konferenz, die unter dem Motto stand „Die Welt ohne Zionismus”. Es
waren im Wesentlichen die großen westlichen Nachrichtenagenturen, die
die Übersetzung dieser Passage lieferten: Israel von der Landkarte
radieren (AFP), Israel von der Landkarte tilgen (AP, Reuters), Israel
ausrotten (DPA).
Ahmadinedschad sagte jedoch wörtlich: „in rezhim-e eshghalgar bayad az
safhe-ye ruzgar mahv shavad.” Das bedeutet: „Dieses Besatzerregime muss
von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.” Oder,
weniger blumig ausgedrückt: „Das Besatzerregime muss Geschichte
werden.” Das ist keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die
Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden.
Ein Zitat Chomeinis
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Übersetzung von Memri, dem
Middle East Media Research Institute. Memri wertet arabische und
persische Medien aus und übersetzt deren Beiträge. Das Institut,
gegründet von einem ehemaligen Offizier des israelischen
Militärgeheimdienstes und gewiss keiner pro-iranischen Haltung
verdächtig, wird regelmäßig wegen angeblicher Entstellung persischer
oder arabischer Zitate angegriffen. In diesem Fall ist die Übersetzung
von Memri jedoch weit akkurater als die der Nachrichtenagenturen. Die
auf dem Farsi-Text beruhende, von der offiziellen iranischen
Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte und von Memri herausgegebene
Version der Rede vom 26.10.2005 lautet: „This regime that is occupying
Qods must be eliminated from the pages of history.” Qods – die Heilige
– ist der arabische und auch persische Name für Jerusalem. Die
Memri-Übersetzung ist nur ungenau, weil sie das transitive Verb
„eliminieren” statt des intransitiven „verschwinden” verwendet – also
ein zielgerichtetes, aktives Handeln statt einer ungezielten, passiven
Entwicklung. Im Persischen ist mahv shodan jedoch ein intransitives
Verb, im Gegensatz zum transitiven eliminieren.
Unter den Tisch gefallen ist auch der Kontext, in dem Ahmadinedschad
gesprochen hat. Seine Äußerung war nämlich ein Zitat Chomeinis, und
Ahmadinedschad fügte hinzu, dass das israelische Besatzungsregime
verschwinden müsse, so wie das Regime des Schah verschwunden sei, wie
dies Chomeini einst prophezeit habe. Auch dieser Zusatz macht deutlich,
dass Ahmadinedschad nicht die Auslöschung Israels forderte oder die
Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern einen Regimewechsel. Alles
andere wäre in diesem Kontext unsinnig – hieße es doch, Chomeini zu
unterstellen, dass er das iranische Volk auslöschen wollte, als er in
den siebziger Jahren gegen den Schah opponierte. Ein weiteres Detail
unterstreicht, dass Chomeini damals und Ahmadinedschad heute keine
Vernichtungsphantasien ventilierten: Chomeini machte seine Bemerkung,
dass das Besatzerregime zu verschwinden habe, in den achtziger Jahren.
Damals verkaufte Israel Waffen an Chomeinis Iran – ungeachtet der
rhetorischen Verteufelung gab es also unter der Hand funktionierende
Beziehungen.
Englischsprachige Medien haben übrigens auf die falsche Übersetzung
hingewiesen. So schrieb Jonathan Steele bereits am 2. Juni 2006 im
Guardian: „Er sprach keine militärische Drohung aus. Er forderte ein
Ende der Besatzung Jerusalems, irgendwann in der Zukunft. Die ,page of
time‘-Formulierung legt nahe, dass er nicht davon ausging, dies werde
bald geschehen. Das beinhaltete nicht, dass Chomeini, als er die
Äußerung als Erster machte, oder Ahmadinedschad, als er sie
wiederholte, dachte, dass dies bald bevorstünde oder dass Iran eine
Rolle dabei spielen würde, es Wirklichkeit werden zu lassen.”
Bedrohung für das eigene Volk
Die Reaktion auf Ahmadinedschads angebliche „wipe off the map”-Äußerung
fiel deutlich aus: Der israelische Premierminister Ehud Olmert
entwickelte das falsche Zitat zu der Behauptung weiter, der iranische
Präsident spreche „von der völligen Zerstörung und Vernichtung des
jüdischen Volkes” und schlug den Bogen zur atomaren Bedrohung Israels
durch Iran. Die unterstellte atomare Bedrohung ebenso wie die
mutmaßliche verbale Drohung können so jederzeit einen Angriff auf Iran
rechtfertigen.
Olmerts Argumentation übersieht allerdings zweierlei: Allen
geheimdienstlichen Erkenntnissen zufolge sind die Iraner noch weit
entfernt vom Bau einer Atombombe (im Gegensatz zu Israel). Und die
iranischen Herrscher – man mag von ihnen halten, was man will – würden
vermutlich nicht so dumm sein, sie einzusetzen. Zu groß ist ihr
Selbsterhaltungstrieb, und sie sind weit weniger ideologisch verbrämt
gegenüber Israel als oft angenommen – siehe die Waffengeschäfte mit
Israel in den Achtzigern.
Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch die verschobene Logik
unserer Wahrnehmung. Während der acht Jahre, in denen der Reformer
Mohammad Chatami Präsident Irans war, wurden westliche Medien nicht
müde, darauf hinzuweisen, dass er keine Reformen durchbringen könnte,
weil er als Präsident kaum über Macht verfüge und dass diese in den
Händen von Revolutionsführer Chamenei liege. Nun plötzlich scheint dies
vergessen zu sein. Und den tatsächlichen und angeblichen Aussagen
Ahmadinedschads wird so viel Bedeutung beigemessen, als handle es sich
bei ihm als Präsidenten plötzlich um einen Entscheidungsträger ersten
Ranges. Der ist jedoch nach wie vor Revolutionsführer Ali Chamenei. Er
entscheidet über Krieg und Frieden und hat die Richtlinienkompetenz in
der Politik. Chamenei aber bemühte sich wenige Tage nach dem Wirbel um
die Äußerungen Ahmadinedschads um Schadensbegrenzung, indem er sagte:
„Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen.” Auch
Außenminister Manutschehr Mottaki bemühte sich um Richtigstellung. Nur
Ahmadinedschad ließ den Übersetzungsfehler auch auf Nachfrage bestehen.
Die einzige Nation, gegen die das iranische Regime eine Aggression
begehen will und begeht, ist folglich die iranische. Denn das iranische
Regime ist weit eher eine Bedrohung für die eigene Bevölkerung als für
jede andere Nation der Welt.
Resonanz auf die Korrespondenz mit der
Bundeszentrale für politische Bildung
05.03.08 16:43
Hallo Ihr Lieben von der Arbeiterfotografie! Tolle Rückantwort von
Euch. Super! Dürfte ich diesen Briefwechsel auch auf der
Linkezeitung.de veröffentlichen?
05.03.08 17:15
Hallo, ich danke Euch für diese ausgesprochen gut recherchierte und
dokumentierte mail, die ich heute bekommen habe. Und bei der
Gelegenheit auch mal für die vielen sonstigen Rundmails die ich zwar
längst nicht alle gelesen habe, aber aus denen ich immer wieder
wertvolle Informationen extrahiert habe. Nicht zuletzt weil es nach wie
vor eher der Normalfall ist, dass nur im Falle eines Mißfallens eine
Reaktion erfolgt, was für die Aktiven ein Stimmungsbild erzeugt, das
deutlich demotivierend ist, wollte ich mich mal mit diesem dicken Lob
zwischenzeitlich zu Wort gemeldet haben. Danke und weiter so!
05.03.08 18:58
Bravo und Dank für eure Arbeit! Mit solidarischen Grüßen
05.03.08 18:59
Betreff: Bundeszentrale für politische Propagandaindoktrination - An
unseren Meinungsunterschieden zu Themen wie Iran einerseits, Israel
andererseits wird sich mutmaßlich nichts ändern. Gleichwohl unterstütze
ich Euch schon aus rein professionell journalistischen Gesichtspunkten
im Hinblick auf das Anliegen, von einer Bundeszentrale für politische
Bildung statt manipulativer Emotionalisierung exakte Informationen auf
der Grundlage verifizierter Quellen zu verlangen. Die jetzt vorliegende
Antwort ist im Grunde noch unverschämter als der Anlaß, der Ausgang
Eurer Kritik war.
05.03.08 19:10
Ich bitte, diese praezise Stellungnahme der Arbeiterfotografie, die ein
herausragendes Beispiel dafuer ist, wie Meinungsmanipulation und Fakten
auseinandergehalten werden muessen, grossraeumig weiter zu verbreiten.
05.03.08 19:22
Wichtig: Gut verlinken!
05.03.08 19:42
besten Dank für Ihre Initiative!
06.03.08 00:11
eure Antwort ist ganz ausgezeichnet!!! Durch eure gut dokumentierten
Recherchen erteilt sich Dr. Hübinger ein eigenes Armutszeugnis!
06.03.08 01:14
das habt Ihr wirklich ausgezeichnet formuliert.
06.03.08 09:07
meinen Glückwunsch zu dieser gelungenen Aktion. Offenbart diese doch
die absolut einseitige Position von Regierungsseite. Die erschütternde
Argumentation von Dr. Bernd Hübinger: "Die Formulierung steht im
Einklang mit Darstellungen diverser seriöser Medien." dokumentiert eine
scheinbare Oberflächlichkeit bei der Beurteilung von politischen
Fakten, die nicht mehr nachvollziehbar ist. Oder steht dahinter eine
gezielte Ignoranz politischer Realitäten aufgrund einer administrierten
und einseitig festgelegten Position? Viel Erfolg bei Ihrer weiteren
(sehr klugen Arbeit und Vorgehensweise).
06.03.08 10:37
entschuldigen Sie bitte meine Einmischung. Aber vielleicht ist sie
hilfreich. Es scheint sich um zwei Probleme zu handeln, 1. was der
iranische Präsident tatsächlich gesagt hat und 2. was die
Bundeszentrale für politische Bildung dem iranischen Präsidenten in den
Mund legt. Inwieweit wissenschaftliche Mitarbeiter der Bundeszentrale
für politische Bildung Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens (Prüfung
der Quellen) mißachtet haben und ungeprüft fehlerhafte oder verfälschte
(ideologisch motiviert sinnentstellte) 'Übersetzungen' übernommen und -
möglicherweise unwissentlich, eventuell aber auch ideologisch motiviert
- in tendenziöser Weise in Umlauf gebracht haben, also möglicherweise
Desinformation betrieben haben, wären weitere Probleme.
06.03.08 12:45
Ganz großen Dank für diese beispielhafte Information über Bildungs- und
Medienpolitik. Bin gespannt auf eine weitere Antwort von Dr. Hübinger.
Ich werde diesen lehrreichen Briefwechsel auch an unseren AK Süd/Nord
der IPPNW weiterleiten.
06.03.08 14:58
Liebe Freunde, der mir von Internetpartnern freundlicherweise
übersandte Schriftwechsel zwischen Frau Fikentscher und Herrn Neumann
mit Herrn Dr. Bernd Hübinger von der Bundeszentrale für politische
Bildung zum Offenen Brief vom 17.1.2008 ist eines der vielen Beispiele
dafür, wie staatlicherseits Meinungsmanipulationen als Fakten
verbreitet werden. Deshalb habe auch ich alle meine Möglichkeiten
genutzt, um ihn bekanntzumachen. Dieser Schriftwechsel reiht sich ein
in die vielen wertvollen Internetveröffentlichungen von
Arbeiterfotografie, für die ich mich bei dieser Gelegenheit herzlich
bedanke.
06.03.08 15:20
Eure Briefe sind wieder ein Muster von Klarheit! Wie gut, dass
wenigstens Ihr noch auf der Welt seid! Herz und wie gesagt: Eine ganze
Hutparade ab!
06.03.08 21:18
Liebe Freunde, habe gerade ihren liebreizenden Schriftverkehr mit der
Bundeszentrale für politische Desinformation zugesandt bekommen. Voll
meine Meinung. Auch ich habe mit dem Chef der hiesigen Landeszentrale
schon manchen Strauß ausgefochten. Egal: 2 Artikel zum Thema
"Falschinformationen über den Iran" im Anhang. viele Grüße, weiter so.
(Freier Dozent und Übersetzer für Arabisch, Farsi und Englisch)
07.03.08 00:17
Danke! Liebe Leute, was seid Ihr mutig! Weiter so und nehmt mich bitte
in Euren Verteiler auf!
07.03.08 02:01
Liebe Leute, habe mir die Antwort der Bundeszentrale für politische
Bildung als ein Nest von Täuschungen und Falschheiten enttarnt.
Genaueres Hier:
http://www.islampress.de/2008/3/7/die-antwort-der-bundeszentrale.
Ich
bin sicher, daß es euch interessiert.
[islampress.de: Wie wir schon berichtet hatten, war die Bundeszentrale
für politische Bildung vom Blog der Arbeiterfotografie in aller Form
darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie in ihrem
Antisemitismus-Dossier auf der Webpage der Zentrale dem Präsidenten
Irans eine Behauptung in den Mund legt, Israel nämlich von der
Landkarte tilgen zu wollen, die er nach heutigem Kenntnisstand
offensichtlich gar nicht gemacht hatte. Die jetzt durch Dr. Hübinger
erfolgte Antwort der Bundeszentrale verdient Beachtung: Sie steckt
voller Täuschungen und widerspricht zudem dem Wortlaut des eigenen
Textes. Lügen aber haben kurze Beine...]
07.03.08 10:24
Na endlich --- der Brief von Dr. Hübinger ist unglaublich --- als ob er
Unbedarften antwortet. Er reagiert wie Bush &Co: als ob eine Lüge,
die man 1000 mal wiederholt zu Wahrheit wird. Von einem studierten
Herrn Dr. erwartet man etwas anderes. Ob seine Doktorarbeit auch mit
diesen Argumenten arbeitet. ...seit wann sind unsere Medien seriös???
Eure Antwort ist sehr gut!
09.03.08 19:37
Betreff: Übersetzungsstreit - Mit großem Interesse habe ich ihre e-mail
mit der BPB-Antwort gelesen. Eine mir befreundete
Islamwissenschaftlerin, Iranerin, die sehr kritisch zu Ahmadinejad
steht und schon lange in Deutschland lebt, schrieb mir:
"Ahmadinejad hat ein Zitat von Khomeini aus Schahzeiten wiedergegeben,
das lautete: 'in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv
shavad.' Das bedeutet: 'Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der
Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.' Und damit meinte er, wie
das Regime des Schah, das von Saddam Hussein und die Sowjetunion."
Für ihre weitere Auseinandersetzung hätte ich eine Idee: Der Wortlaut
in Farsi dürfte unbestritten sein. Sie könnten der BPB z.B.
vorschlagen, eine/n von der Bundesregierung vereidigte Übersetzer/in
ihres Vertrauen zu beauftragen, den Text zu übersetzen. Im Auswärtigen
Amt und bei der Bundeswehr gibt es solche Sprachdienste ebenfalls -
diese könnten allerdings interessegeleitet sein. Bitte halten Sie mich
weiter auf dem Laufenden.
09.03.08 21:44
Ich verfolge diese Entfremdungen der Worte des iranischen Präsidenten
nun schon seit zwei Jahren oder mehr... Es ist ein Jammer, wie lange
sich derartige Mythen in den Medien halten können. Ohne mich jetzt auf
konkrete Beispiele festnageln zu lassen: Diese Methode des falsch
übersetzens ist eigentlich ein alter Hut, der schon eine Tradition von
mehr als 1000 Jahren hat... Warum soll das heute anders sein ... wer
zum Teufel spricht schon persisch, oder arabisch.. und kann die
Original-Reden verifizieren? Ich unterstütze Euch jedenfalls dabei.
Vielleicht werde ich auch noch an diese Bundeszentrale schreiben,
einfach nur um zu demonstrieren, daß diese Falschübersetzungen und die
daraus resultierende Propaganda durchaus als solche wahrgenommen werden.
12.03.08 11:24
Vielen Dank für die sehr gute Zusammenstellung und die klare
Darstellung der Fakten!
12.03.08 14:23 (haben wir beantwortet: siehe
http://www.arbeiterfotografie.com/iran/iran-0034.shtml)
hallo arbeiterfotografie, bitte schickt uns keine weiteren mails und
nehmt uns als buko aus eurem verteiler. wir sind an weiteren
informationen von euch nicht interessiert. inhaltlich können wir uns
der mail von karl rössel (vom 29.1) voll und ganz anschliessen. gruß
steffen (für die BUKO)
12.03.08 14:55
in Ihrem Brief an die bpb haben Sie auf ganzer Linie recht. Die blinde
Zustimmung von Politik und Medien zur menschenverachtenden und brutalen
israelischen Politik, hat keinerlei reale Grundlage. Das ist
politisches Vasallentum und übelste Doppelmoral, und all das wird in
den Massenmedien so verkauft, dass der durchschnittliche Rezipient es
kritiklos aufnimmt. Was Ihrem Brief aber fehlt ist eine deutliche
Distanzierung zu Ahmadinejad. Ihnen geht es klar um die Gefahren, die
bewusste oder unbewusste Lancierung falscher Informationen, zumal in
einer aufgeheizten Stimmung, bedeutet. Es geht Ihnen um die
Klarstellung von Fakten, und das ist heute richtiger und wichtiger denn
je. Bei vielen kommt dies aber fälschlicherweise als Verteidigung eines
Präsidenten an, unter dem in erster Linie das iranische Volk zu leiden
hat - dabei ist eine solche Verteidigung gar nicht Ihr Ziel. Eben das
aber sollten Sie deutlicher klarstellen. Es gibt Rezipienten, die
verstehen Sie falsch und es gibt solche, die verstehen Sie absichtlich
falsch. Stärken Sie Ihre Position, indem Sie dem entgegenwirken.
12.03.08 17:58
Ich möchte Euch gratulieren zu Eurer Korrespondenz mit der
Bundeszentrale! Mit besten Grüßen in Verbundenheit
12.03.08 22:41
Großartig, was Ihr da zu Papier gebracht habt (entlarvend die
Antworten). Gratulation. Wir sind auf die weiteren Reaktionen gespannt.
Vielleicht könnten wir von dem Schriftwechsel auch einiges auf unsere
website laden?
Anneliese Fikentscher
Andreas Neumann
Merheimer Str. 107
D-50733 Köln
Tel: 0221/727 999
Fax: 0221/732 55 88
eMail:
arbeiterfotografie@t-online.de
Hinweis: wer von uns keine
Informationen mehr zugeschickt
haben
möchte, teile uns dies bitte unter Angabe der eMail-Adresse an
arbeiterfotografie@t-online.de
mit. Wir werden die Adresse dann umgehend aus unserem Verteiler
streichen.