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Gedanken zum “Evomanismus“, Adriana Schatton, GBS-Förderkreis    

  

 

Gedanken zum "Evomanismus"

 

by Adriana Schatton, Berlin

 

 

Religionen stellen Gott in den Mittelpunkt ihres Weltbilds,
Humanisten den Menschen und
evolutionäre Humanisten das Leben selbst.

 

 

Evolutionäre Humanisten (Evo-Humanisten, ggf. "Evomanisten") sind sich bewusst, auf einem Staubkorn am Rande der Milchstraße in einem größtenteils leeren Universum ohne Zweck und ohne höheren Sinn zu leben.


Sie wissen, dass alle (terrestrischen) Lebewesen, von der einzelligen Alge bis zum Menschen, einen gemeinsamen Vorfahren haben und sich aus diesem aufgrund derselben biologischen Mechanismen entwickelt haben.


Sie sind sich ihrer Abstammung bewusst und sehen sich als Äste von vielen im Baum des Lebens.


Sei haben verstanden, dass sowohl ihre Tugenden als auch ihre Zerstörungskräfte das Resultat einerseits eines Millionen Jahre andauernden evolutionären und andererseits eines individuellen Entwicklungsprozesses sind.


Sie haben akzeptiert, dass ihre Gedanken, Träume und Wünsche nicht vom Himmel fallen, sondern auf Gehirnprozessen beruhen, die an einzelne Nervenzellen und Synapsen gekoppelt sind.


Sie wissen, dass sie sich frei entscheiden, solange ihre Persönlichkeit sie determiniert und nicht z.B. andere Menschen, Drogen oder Ängste.


Sie haben eingesehen, dass sie ihr Leben einer langen Kette von Ereignissen zu verdanken haben, deren Eintrittswahrscheinlichkeit ungemein gering war, und sie nur dieses eine haben.


Sie haben begriffen, dass nur der wahre Egoist selbstlos sein kann.

Sie ziehen daraus die Konsequenz, dass sie ihr ’eines Leben’ selbstbestimmt und respektvoll gegenüber anderen Menschen und Tieren genießen möchten; dass sie auch Tieren ein Recht auf Leben zugestehen und ihnen unnötiges Leid ersparen; dass die Bildung und Aufklärung der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben sind; dass die Fähigkeit, mit anderen Lebewesen mitzuleiden, und die Tatsache, dass der Wille nicht auf Zufall beruht, sie befähigen, anderen zu helfen, und sie dazu nicht das Versprechen auf ein Jenseits benötigen; dass ihre Werte aus dem menschlichen (und tierischen) Miteinander stammen und keinen Glauben an ein “höheres Wesen“ voraussetzen; dass es weder “Gut“ noch “Böse“ gibt, sondern nur “fair“ und “unfair“.

 

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Ergänzend:

 

 - Evolutionärer Humanismus (Wikipedia)  

 

 - E.H.-Definitionsversuch, dreiteilig, by Dr. Michael Schmidt-Salomon

 

 

Frank Kalder

  

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